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2003

Mitteilungen und Nachbesprechungen in der Presse

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DB-Magazin 'mobil', 05/2004

Das Deutsche-Bahn-Magazin 'mobil' schreibt in der Ausgabe 05/2004 auf den Seiten 80-83 über Literaturfestivals in Deutschland. Mit dabei ist auch die 3. Potsdamer Literaturnacht.

 

Universität Potsdam Pressemitteilungen, 104 18.06.2004

3. Potsdamer Literaturnacht am 26. Juni 2004 an der Universität Potsdam

Zur 3. Potsdamer Literaturnacht lädt der Literaturnacht e. V. in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam am 26. Juni 2004 an den Uni-Standort Neues Palais ein. Alle Literaturinteressierten erhalten die Möglichkeit, internationale Autoren und junge Nachwuchsliteraten zu treffen und mit ihnen über ihre Werke zu diskutieren.
Die Literaturnacht beginnt um 15.00 Uhr mit dem Kinderliteraturnachmittag. Der Märchenerzähler Michael Wein, der Kinderbuchautor Herbert Beckmann und das Marion-Etten-Theater werden auftreten. Zudem gibt es eine Spielwiese und eine Malstraße für die Kleinen.
Das Abendprogramm für die Erwachsenen beginnt um 19.00 Uhr mit der Poetry Lounge. Poeten der Potsdamer und Berliner Slam-Poetry Lesebühnen stellen eine Auswahl ihrer Texte vor. Anschließend präsentieren drei der diesjährigen Stipendiaten des Literarischen Colloquiums Berlin Auszüge aus ihren aktuellen Werken: Katharina Berger, Thomas Weiss und Jasmin Hermann. Der österreichische Schriftsteller und Essayist Robert Menasse liest aus seinem Roman "Entführung aus der Hölle" und aus seinem unveröffentlichten Erzählband "Ich kann jeder sagen". Außerdem konnte die spanische Schriftstellerin Lucía Etxebarria für die Literaturnacht gewonnen werden. Sie zählt zu den schillerndsten Gegenwartserzählerinnen Spaniens. Ihre Literatur findet begeisterte Leser weit über die Grenzen der Iberischen Halbinsel hinaus. Ihre Werke sind sowohl ins Deutsche, Italienische als auch Französische übersetzt worden. Die Autorin stellt neben Auszügen aus ihren Büchern auch bisher unveröffentlichte Texte vor. Die Lesung wird in spanischer und deutscher Sprache stattfinden. Nach ihr wird der spanische Lyriker José F.A. Oliver aus seinen jüngst publizierten Büchern "fernlautmetz" und "nachtrandspuren" vorlesen. Außerdem wird er einige Gedichte aus dem im Herbst 2004 erscheinenden Buch "finnischer wintervorrat" vortragen. Der andalusisch-alemannische Dichter und Musiker präsentiert zusammen mit seinem Gitarristen Niño de Pantaleón die Texte.
Das Programm wird mit Live-Musik und einem kulinarischen Angebot vervollständigt. Der Abend klingt mit einer großen Party aus. Der Eintritt ist frei.
Der Literaturnacht e. V. wurde im 2002 von Potsdamer Studierenden der Romanistik und anderer Fachbereiche der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam gegründet. Er besteht derzeit aus 24 Studierenden.

Hinweis an die Redaktionen:
Zeit der Literaturnacht: 26. Juni 2004
Kinderliteraturnachmittag: 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Literaturnacht: 19.00 Uhr bis 24.00 Uhr
Ort der Literaturnacht: Universitätskomplex Am Neuen Palais, Haus 12, Innenhof
(bei Regen: Haus 12, Obere Mensa)

Für weitere Auskünfte steht Ihnen Daniel Wehry vom Literarturnacht e. V. telefonisch unter 0331/9678555 oder 0178/3962648, E-Mail: info@literaturnacht.de zur Verfügung.

Infos zum Programm sind auch unter www.literaturnacht.de abrufbar.

 

Job-Chance-Berlin, 22.06.2004

Auch Job-Chance-Berlin hat diese Pressemitteilung veröffentlicht. job-chance-berlin.de ist die größte nicht kommerzielle Jobbörse für akademische Berufseinsteiger in Deutschland.

 

Events – Das Potsdamer Stadtmagazin

Auf die Zweite Potsdamer Literaturnacht wurde in einem kurzen Artikel und in den Veranstaltungstips hingewiesen.

 

Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ), 26.06.2004

Literaturnacht als Veranstaltungstipp in der MAZ

 

Potsdamer Neueste Nachrichten, 28.06.2004

Gegen den Mythos Liebe
Menasse und Etxebarria bei der 3. Literaturnacht

Dagmar Schnürer

Auf die einleitende Bemerkung des Moderators, Robert Menasse sei als bedeutendster österreichischer Schriftsteller der mittleren Generation bezeichnet worden, antwortete der Autor: „Das ist wie wenn man sagen würde, ich sei der beste Skifahrer aus dem Tschad.“ Die Lesung von Robert Menasse war einer der Höhepunkte der 3. Potsdamer Literaturnacht am Neuen Palais. Vor zwei Jahren gründeten Studierende der Universität Potsdam den Literaturnacht e.V. mit dem Ziel, junge Literatur zu unterstützen, und ein Forum für internationale Literatur zu bieten. So lasen am frühen Abend Potsdamer und Berliner Poetry Slam Autoren. Anschließend stellten Katharina Berger (geb. 1973 in Ost-Berlin), Jasmin Hermann (geb. 1973 in Siegen) und Thomas Weiss (geb. 1964 in Stuttgart) ihre neuesten noch unveröffentlichten Arbeiten vor. Alle drei sind Stipendiaten des Literarischen Colloquiums Berlin.
Als Robert Menasse zu lesen begann, war es draußen bereits dunkel geworden. Der gedrängt volle Saal der Mensa dämmrig, nur vorne das Podium und hinten der Barbereich und die Büchertische erleuchtet. Der Innenhof, auf den eine Fensterfront hinausgeht, war in buntes Scheinwerferlicht getaucht. Ein schöner Ort. Robert Menasse, der 1988 seinen hochgelobten Debütroman veröffentlichte, las aus dem Erzählband „Ich kann jeder sagen“, der bald bei Suhrkamp erscheinen wird. Er las in dem langsamen österreichischen Tonfall, der Ironie und Witz so herrlich zu steigern im Stande ist. Seine Ich-Erzähler brachen aus dem geregelten Leben aus, um nun mit der Gespielin Exzesse nach Terminkalender zu vereinbaren oder rezensierten ein Buch, das bereits verramscht wurde. Das von Tobias Kraft, dem 2. Vorsitzenden des Literaturnacht e.V., geführte anschließende Gespräch kam leider nicht so richtig in Schwung. Die aus der Internetrecherche gespeisten Fragen konnten dem Autor nichts wesentliches Entlocken. Zu erfahren war jedoch, dass bald sein Theaterstück „Das Paradies der Ungeliebten“ im Wiener Burgtheater uraufgeführt wird, eine „Farce der Demokratiedämmerung“. Ganz anders das Gespräch mit der in Spanien umstrittenen Erfolgsautorin Lucía Etxebarria, das Albrecht Buschmann moderierte und übersetzte. Die Spanierin, voller Unruhe und Temperament, äußerte sich interessant und ausführlich. Zunächst eine kurze spanisch-deutsche Lesung aus ihrem dritten und jüngsten Roman: „Von allem Sichtbaren und Unsichtbaren“ (2003). Dann erzählte die 1966 im Baskenland geborene Schriftstellerin über ihre zentralen Themen, mit denen sie in der machistischen Heimat aneckt: Die Anfeindungen gegenüber Frauen, die Erfolg haben und in die Öffentlichkeit treten, die problematische oder gar nicht mehr stattfindende Kommunikation zwischen den Menschen und der Mythos von einer Liebe, die leidenschaftlich ist und in der sich zwei Menschen harmonisch ergänzen. An die 5000 Briefe habe sie nach Erscheinen des Romans „Von allem Sichtbaren und Unsichtbaren“ erhalten. In dem Roman beschreibt sie das Zerstörerische in einer Liebesbeziehung, in der die Partner in dem anderen das suchen, was sie selbst nicht haben. Die Briefe bestätigten diese Sicht. Es sei ein in der westlichen Kultur relativ neuer, männlich dominierter Fehler, sagte Lucía Extebarria, eine Liebesbeziehung mit Leidenschaft und harmonischer Ergänzung in Verbindung bringen zu wollen. Und gegen diesen Mythos schreibe sie an. 
Nach Mitternacht klang die Nacht der Lesungen aus mit Gedichten des deutsch-spanischen Lyrikers José F.A. Oliver, begleitet vom Flamenco-Gitarristen Niño de Pantaleón.

 

Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ), 29.06.2004

Ausbruch aus der geraden Bahn
Trotz Kälte mehr als 300 Gäste bei der 3. Potsdamer Literaturnacht am Neuen Palais

Christian Böhm

Der Österreicher Robert Menasse, die spanische Skandal-Autorin Lucía Etxebarria, Stipendiaten des Literarischen Colloqiums Berlin (LCB), dazu der deutsch-spanische Lyriker José F. A. Oliver bestritten das Abendprogramm der dritten Auflage der Potsdamer Literaturnacht am Wochenende am Neuen Palais, nachdem eine "Poetry Lounge" das - laut Programm - Beste aus Berliner und Potsdamer Poetry-Slam-Bühnen präsentierte. 

Interessant wurde es mit den Stipendiaten des LCB. Die Autorenwerkstatt Prosa des LCB hat bereits Schriftsteller hervorgebracht, die im Literaturbetrieb Fuß fassen konnten: Georg Klein ("Libidissi", "Barbar Rosa") ist ein Beispiel. Nun stellten Katharina Berger, Jasmin Hermann und Thomas Weiss Auszüge der Texte vor, die sie gerade im LCB abschließen. Berger, geboren 1973 in Ost-Berlin, schildert im ersten Kapitel ihres Debüts "Wer/Wen" das schwierige Verhältnis des Mädchens Nina zum neuen Lebensgefährten der Mutter. Die Handlung ist zunächst im Osten Berlins zur Mauerzeit angesiedelt. Der Autorin gelingt eine präzise Alltagsbeschreibung, auch die Familiensituation erfasst sie genau. Ein modischer Ostalgie-Roman wird das also nicht, das Thema hält Berger auch für "abgegessen". 

Die drei LCB-Stipendiaten erweisen sich als interessiert und sensibel für die Brüche in modernen Biografien. Bei Weiss faszinierte die lakonische Beschreibung eines Charakters, der nach einem schweren Schicksalsschlag sein Leben neu auszurichten versucht und es dabei darauf anlegt, den Faktor Zufall aus seinem Leben auszuschließen. Hermanns "Tage aus Nacht" ist besonders durch die Erzähltechnik interessant. 

Ein differenziertes Bild von einer Generation "in die gerade Bahn geworfener Menschen" zeichnet Robert Menasses noch nicht abgeschlossener Erzählband "Ich kann jeder sagen". Den Figuren dieser Textsammlung gemeinsam ist ein Bedürfnis, aus dem geregelten Leben auszubrechen. Menasses Erzählungen kennzeichnet ein philosophischer Unterton. Lucía Extebarria, die vor allem das junge, wilde Leben im Madrid der 80-er Jahre beschreibt und sich Gedanken zur Kommunikation zwischen den Geschlechtern macht, holte die Zuhörer ins Konkrete zurück. José F. A. Oliver und der Flamenco-Gitarrist Nino de Pantaleón läuteten dann die Nacht ein: anschließend wurde getanzt. 

Erneut deutlich mehr als 300 Besucher zählten die Veranstalter, das ist ein so großer Erfolg, dass eine Neuauflage der Literaturnacht im nächsten Jahr bereits versprochen ist. Dann übrigens erneut mit einem literarischen Kinderprogramm, das ebenfalls auf große Resonanz stieß. Einziger Wermutstropfen der dritten Potsdamer Literaturnacht war die Kälte, die die Verlegung der Lesungen in die Obere Mensa erzwang.